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Bio kann auch günstig sein
Aktuelle FiBL-Studie zeigt Einsparpotenzial.
„Bio ist teuer, das kann sich nicht jeder leisten!“ Das hört man immer wieder. Nur ganz so einfach ist die Rechnung nicht. Das belegt eine aktuelle Studie des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL Österreich). Wie viel Geld für Essen und Trinken ausgegeben wird, hängt eher damit zusammen, ob Fleisch oder Gemüse im Kochtopf landen. Und wie viel vom Einkauf als Lebensmittelabfall endet.
Weniger Fleisch, mehr Pflanzen
Eine gesunde Ernährung mit vorwiegend pflanzlichen Bio-Produkten ist in vielen Fällen günstiger als eine fleischbetonte Ernährung mit konventionell hergestellten Lebensmitteln. Das zeigen die Berechnungen der Forscher vom FiBL Österreich.
Es kommt also darauf an, was gegessen wird. Wer auf frisches Obst, knackiges Gemüse und eiweißreiche Hülsenfrüchte in Bio-Qualität setzt, braucht deswegen noch lange kein größeres Haushaltsbudget als eine Familie, die regelmäßig Schweinsbraten, Hendl und Burger isst. Die Forscher haben berechnet, dass eine 4-köpfige Familie, die auf Fleisch verzichtet, aber weiterhin Eier und Milchprodukte isst, 31 Prozent ihres Haushaltsbudgets sparen kann. Würden sich die 4-Personen rein pflanzlich ernähren, wären es sogar 37 Prozent Ersparnis. Und damit wäre genug Budget frei, um Bio-Produkte zu kaufen. Noch dazu waren Bio-Lebensmittel in den vergangenen Jahren weniger stark von Preissteigerungen betroffen als konventionell hergestellte Produkte. Grund dafür ist die nachhaltige und klimaschonende Herstellung von Bio-Lebensmitteln, die ohne energie-intensiv produzierte, Kunstdünger und importierte Futtermittel auskommt.
Weniger wegwerfen, besser essen
Und dann gibt es noch eine ganz einfache Möglichkeit das Haushaltsbudget für hochwertige Bio-Lebensmittel zu erhöhen. Einfach alles aufessen, was eingekauft wird. Pro Jahr wirft laut Statistik jede/r in Österreich rund 75 kg an genießbaren Lebensmitteln in den privaten Müll. Pro Familie sind das zwischen 400 und 800 Euro im Jahr. Die privaten Haushalte werfen damit mehr in den Müll als Landwirtschaft, Industrie, Handel und Außer-Haus-Verpflegung zusammen.
Klimafreundlich
Nicht nur das Geldbörsel profitiert davon, wenn der Fleischkonsum reduziert wird und weniger Lebensmittel im Müll landen. Auch das Klima atmet auf. Mit einer vegetarischen Ernährung könnten die Treibhausgase pro Person um 50 Prozent reduziert werden, zeigt die Studie von FiBL. Und auch eine Reduktion der Lebensmittelverschwendung hätte erfreuliche Folgen. Denn die weltweite Lebensmittelverschwendung ist für zehn Prozent der Treibhausgase verantwortlich. Dazu kommt die enorme Ressourcenverschwendung, die dramatisch sinken würde, etwa von Energie, Arbeit und Ackerflächen.
Besser schmecken, gesünder sein
Und was ganz besonders wichtig ist, Bio-Lebensmittel sind gesund. Sie sind nicht mit Pestiziden- und chemisch-synthetischen Düngemitteln belastet und haben einen höheren Anteil an gesundheitsfördernden Antioxidantien, die für den Zellschutz unverzichtbar sind. Und sie schmecken einfach gut.
Es spricht eigentlich alles dafür, auf Bio-Lebensmittel zu setzen. Und wenn zum scheinbar günstigeren Preis der konventionell hergestellten Produkte die Kosten der negativen Langzeitfolgen dazugerechnet werden, ist Bio ohnehin der Gewinner. Würden Luftverschmutzung, die Belastung der Böden und das Schwinden der Artenvielfalt in der Preiskalkulation berücksichtigt, wird das biologische Essen auf einen Schlag noch viel günstiger – unabhängig davon, ob Fleisch gegessen wird. Den Bio belastet die Umwelt in einem viel geringeren Ausmaß als konventionell hergestellte Lebensmittel.